30. April  – 27. September 2026

Vier-Jahreszeiten-Park Oelde
Adenauer-Allee 20
59302 Oelde

Vernissage: 30. April 2026 um 18 Uhr

Info zum Programm

Öffnungszeiten und Eintritt

LUFTFRAGMENTE
Topografie des Flüchtigen

Beschreibung:

Luftfragmente – Topografie des Flüchtigen ist eine ortsspezifische Installation, die sich mit Wind als immaterieller, formender Kraft auseinandersetzt. Vierzehn transparente Epoxidharzplatten enthalten fragile Papierfragmente, die Spuren realer Windbewegungen aus einem früheren Projekt in sich tragen. In transparente Epoxidharzplatten eingeschlossene Papierfragmente fungieren als Speicher vergangener Luftbewegungen. Die quadratischen Objekte hängen frei in einem „Baumraum“ und reagieren sensibel auf aktuelle Luftbewegungen. Die quadratischen Platten  hängen an feinen Drahtseilen in variierenden Längen  frei im Raum eines Baumes. Durch die unterschiedlichen Höhen entsteht eine offene, dreidimensionale Komposition.

Die Arbeit verbindet konservierte Bewegung mit gegenwärtiger Dynamik: Vergangene Windereignisse sind im Material fixiert, während die Installation zugleich erneut dem lebendigen Wind ausgesetzt ist. Durch diese Überlagerung von Fixierung und Bewegung entsteht eine fragile, sich ständig verändernde Topografie des Flüchtigen.

Im Kontext des Vier-Jahreszeiten-Parks tritt die Installation in einen Dialog mit Natur, Zeit und Raum und versteht sich nicht als Abbild der Landschaft, sondern als Teil eines fortlaufenden Wahrnehmungsprozesses.

IDEE/KONZEPT

Meine künstlerische Arbeit beschäftigt sich mit dem Versuch, flüchtige Zustände, Bewegungen und nicht greifbare Phänomene sichtbar und erfahrbar zu machen.

In Luftfragmente – Topografie des Flüchtigen ist der Wind Ausgangspunkt und verbindendes Element: eine natürliche, formende Kraft, die allgegenwärtig ist, aber keine dauerhaften Spuren hinterlässt. Die Installation überträgt den Begriff der Topografie – üblicherweise mit Landschaft, Kartografie und Vermessung verbunden – auf das Immaterielle.

Vergangene Windereignisse werden in Fragmenten konserviert, ohne ihre Offenheit und Beweglichkeit vollständig zu verlieren. Gleichzeitig reagieren die Objekte auf den aktuellen Wind vor Ort. Im Vier-Jahreszeiten-Park entsteht so ein Dialog zwischen Naturraum, Zeitlichkeit und Material. Die Arbeit versteht sich nicht als Abbild der Natur, sondern als Teil eines fortlaufenden Prozesses, in dem Wahrnehmung, Bewegung und Umgebung miteinander verschränkt sind.

HERSTELLUNGSPROZESS:

Das Projekt baut auf meiner früheren Arbeit „Papier im Wind – Momente, längst verflogener Tage“ (2014–2015) auf und stellt eine konzeptuelle und materielle Weiterentwicklung dar.

Rückblick – Phase 1 (2014)
Menschen sammelten an unterschiedlichen Orten (Frankreich, Dänemark, Finnland, Schweden, Irland, USA, Nepal, Großbritannien, Italien, Österreich, Estland, Polen, Deutschland) weltweit Wind, indem sie identische Papiere in den Wind hielten. Diese flüchtigen Momente wurden fotografisch dokumentiert. Die Papiere fungierten als unmittelbare Träger einer unsichtbaren Bewegung.

Rückblick – Phase 2 (2014–2015)
Die Papierarbeiten wurden von mir zerrissen, nach Entstehungsorten sortiert, neu zusammengesetzt und maschinell zu langen, fragilen Fahnen vernäht. Diese wurden als Wandinstallation im Rahmen einer Studio- und Themenausstellung im Museum Abtei Liesborn gezeigt. Bereits hier reagierte das Material sensibel auf Luftbewegungen und begann bei jedem Lufthauch zu schwingen.

Phase 3 (2025-2026)
Für die Skulpturenausstellung Kunst für Vier werden ausgewählte Fragmente dieser Papiere in transparente, quadratische Epoxidharzplatten gegossen. Die bewusste Wahl der quadratischen Form verweist auf Ordnung, Struktur und Fixierung, während das eingeschlossene Material Bewegung, Zufälligkeit und Vergänglichkeit in sich trägt.